Weihnachten

Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderstill beglückt.

Und ich wand’re aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld,
hehres Glänzen, heil’ges Schauen!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schnees Einsamkeit
steigt’s wie wunderbares Singen  –
O du gnadenreiche Zeit!

von

Joseph von Eichendorff (1788 – 1857)

The king’s three sons and a princess

(The beginning of this fairy tale, written in italics, originates from a source unknown to me. The ending of this fairy tale was written, for a homework assignment, by my twelve-year old son, Jörn Gutzmer. He received the best possible mark for this work. The original text was written in German and can be read here).

Once upon a time there was a powerful king who had three sons. All three of them loved the same princess, whose beauty and intelligence was unrivalled by any other woman in the land. When the time came for all of the three sons to marry, they asked their father for advice. He contemplated this for a long time, because he was equally fond of each of his three sons and did not want to favour one of them.

Finally he summoned them and said: “My dear sons, as only one of you can marry the princess, I have decided the following: Travel the world, each of you in a different direction. Explore foreign countries and search for the most wondrous object you can find. The one who can show the most wonderful gift can acquire the princess as his wife!”

The three sons of the king were all in agreement and on the same day they all went out into the world, each in a different direction …

The first and oldest son went to Bulgaria to pick a rare Damask rose. The fragrance from this kind of rose is ten times stronger than an ordinary rose. The second oldest went to Mexico to bring back a cacao fruit and a piece of chocolate. The youngest went to Africa to find something undiscovered.

The first son came home with a rose, the second son brought something that resembled a  melon, and a piece of chocolate. The third one came on an elephant, a small one. The first son held the flower behind his back. The elephant ate it and trumpeted with delight. The second son heard this, got a fright and dropped the chocolate, which the elephant then trampled on. These two brothers then had nothing and ran away. The youngest son, however, went to the princess and told her that this elephant was the last of its kind. And they lived together with the elephant happily ever after.

Copyright © Jörn Arne Gutzmer 2011

Translation copyright © Quirina Roode-Gutzmer 2011

All rights reserved.

Die drei Königssöhne und die Prinzessin

This has been translated into English and can be read here.

(Der Beginn dieses Märchens, in kursiv geschrieben, stammt aus einer Quelle, die mir unbekannt ist. Das Ende dieses Märchens wurde von meinem zwölfjährigen Sohn, Jörn Gutzmer, für eine Hausaufgabe geschrieben. Er hat dafür die Note eins erhalten).

Es war einmal ein mächtiger König, der hatte drei Söhne. Alle drei liebten dieselbe Prinzessin, die an Schönheit und Klugheit alle Frauen im Lande übertraf. Als nun die Zeit gekommen war, dass die Königssöhne heiraten sollten, fragten sie ihren Vater um Rat. Dieser überlegte lange, weil er seine drei Söhne gleich lieb hatte und keinen von ihnen bevorzugen wollte.

Endlich rief er sie zu sich und sprach: “Meine lieben Söhne, da nur einer von euch die Prinzessin heiraten kann, habe ich Folgendes beschlossen: Zieht in die Welt hinaus, jeder in eine andere Richtung. Reist in fremde Länder, seht euch gründlich um und bringt mir den wundersamsten Gegenstand mit, den ihr finden könnt. Derjenige von euch, der das wundersamste Mitbringsel vorweist, soll die Prinzessin zur Frau bekommen!”

Damit waren die drei Königssöhne einverstanden und zogen noch am gleichen Tag hinaus in die Welt, ein jeder in eine andere Richtung …

Der erste und älteste Bruder ging nach Bulgarien, um eine der seltenen “Damaszenerrose” zu holen. Dies ist eine Art Rose, deren Geruch zehn Mal so stark ist wie eine gewöhnliche Rose. Der zweitälteste ging nach Mexiko, um eine Kakaofrucht und ein Stück Schokolade mitzunehmen. Der Jüngste ging nach Afrika um etwas Unentdecktes zu holen.

Der erste kam mit einer Rose heim, der Zweite brachte etwas, dass wie eine Art Melone ausgesehen hat und ein Stück Schokolade. Der Dritte kam auf einem Elefanten, einem kleinen. Der Erste hielt die Blume hinter den Rücken, und der Elefant fraß dies und trötete vor Vergnügen. Das hörte der Zweite und ließ vor Schreck die Schokolade los und der Elefant trat drauf. Die beiden hatten nichts mehr und suchten das Weite. Der Jüngste ging aber zur Prinzessin und erzählte, dass sein Elefant der letzte seiner Art war. Und sie lebten zusammen mit dem Elefanten bis zum Ende ihrer Tage.

Copyright © Jörn Arne Gutzmer 2011. Alle Rechte vorbehalten.