“Natur und Kunst” von Goethe

Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen,
und haben sich, eh’ man es denkt, gefunden;
der Widerwille ist auch mir verschwunden,
und beide scheinen gleich mich anzuziehen.

Es gilt wohl nur ein redliches Bemühen!
Und wenn wir erst in abgemeßnen Stunden;
mit Geist und Fleiß uns an die Kunst gebunden,
mag frei Natur im Herzen wieder glühen.

So ist’s mit aller Bildung auch beschaffen:
vergebens werden ungebundne Geister
nach der Vollendung reiner Höhe streben.

Wer Großes will, muß sich zusammenraffen:
in der Beschränkung zeigt sich erst der Meister,
und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben.

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Das Veilchen

von Johann Wolfgang von Goethe

 

Bild von Chamomile. Quelle: MorgueFile

 

“Das Veilchen” ist ein von mein Lieblingsgedichte, das mir in meiner Entdeckung der deutsche Sprache entgegen kam. Mit Vergnügen lese ich das Gedicht: